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DigCompEdu einfach erklärt: Die Stufen A1 bis C2 für Lehrende

Von Margarita Votteler, C1-Prüferin seit 2009 · 25. August 2026 · 5 Min. Lesezeit

„Auf welchem Stand ist Ihr Kollegium digital?" Auf diese Frage antworten die meisten Schulen mit einem Gefühl. Dabei gibt es seit Jahren einen offiziellen Maßstab, der genau wie der GeR funktioniert. Er ist nur außerhalb von Fachkreisen kaum bekannt.

Kurze Antwort

DigCompEdu ist der europäische Referenzrahmen für die digitale Kompetenz von Lehrenden, veröffentlicht vom Forschungszentrum der EU-Kommission (JRC). Er beschreibt 22 Kompetenzen in sechs Bereichen und ordnet sie, bewusst analog zum Sprachen-Referenzrahmen, auf sechs Stufen von A1 bis C2. Er ist keine Pflicht und kein amtliches Zertifikat, sondern eine gemeinsame Sprache: Mit ihm lässt sich sagen, was „digital kompetent" konkret bedeutet und wo jemand steht.

Die sechs Stufen

  • A1 · Einsteiger:in — nutzt Digitales kaum, braucht Anleitung und Ermutigung.
  • A2 · Entdecker:in — probiert aus, aber ohne System; kennt einzelne Werkzeuge.
  • B1 · Insider:in — setzt digitale Werkzeuge zweckmäßig und regelmäßig im Unterricht ein.
  • B2 · Expert:in — wählt sicher aus, variiert je Lernziel, reflektiert die Wirkung.
  • C1 · Leader:in — hat ein breites Repertoire und gibt Wissen strukturiert an andere weiter.
  • C2 · Pionier:in — entwickelt neue Formate und stellt bestehende Praxis in Frage.

Die Logik dahinter kennst du aus dem GeR: Die Stufe beschreibt nicht, welche Tools jemand bedienen kann, sondern was die Person damit tut. Vom angeleiteten Nutzen bis zum Gestalten für andere.

Die sechs Bereiche, in einem Absatz

DigCompEdu gliedert die 22 Kompetenzen in sechs Felder: berufliches Umfeld (Kommunikation, Zusammenarbeit, Fortbildung), digitale Ressourcen (finden, erstellen, teilen, inklusive Datenschutz), das Unterrichten selbst, Bewertung und Feedback, Lernendenorientierung (Differenzierung, Teilhabe) und die Förderung der digitalen Kompetenz der Lernenden. Für den Sprachkurs-Alltag sind aus meiner Sicht zwei Felder die heißesten: Bewertung mit digitalen Mitteln und der Datenschutz-Teil. In beiden schreibt KI die alten Antworten gerade neu.

Und wo ist die KI darin?

Der Rahmen stammt von 2017, also aus der Zeit vor ChatGPT. Zwei Dinge sind seitdem passiert: Es gibt eine eigene KI-Ergänzung zum DigCompEdu (aus dem EU-geförderten Projekt „AI Pioneers"), und seit Mai 2026 arbeitet eine europäische Expertengruppe an einer neuen Fassung des Rahmens, in der KI-Kompetenz zentral verankert wird. Wer sich heute an DigCompEdu orientiert, orientiert sich an einem Maßstab, der lebt. Nicht an einem Archivdokument.

Zur ehrlichen Einordnung: DigCompEdu selbst vergibt keine Zertifikate. Es gibt Selbsteinschätzungswerkzeuge wie SELFIEforTEACHERS (kostenlos, in allen EU-Sprachen) und Anbieter, deren Nachweise sich am Rahmen orientieren. Auch unser KI-DaF-Zertifikat weist die Stufe je Bereich in dieser Logik aus, angelehnt an DigCompEdu, ohne ein amtliches Dokument zu sein. Amtliche gibt es schlicht nicht.

FAQ

Ist DigCompEdu für Schulen verpflichtend?

Nein. Er ist ein Referenzrahmen, keine Vorschrift, so wie der GeR keine Prüfungsordnung ist. Nützlich ist er trotzdem: als gemeinsamer Maßstab für Fortbildungsplanung, Stellenprofile und Nachweise.

Was ist der Unterschied zwischen DigComp und DigCompEdu?

DigComp beschreibt die digitale Kompetenz aller Bürgerinnen und Bürger (in acht Niveaustufen), DigCompEdu speziell die von Lehrenden (in sechs Stufen, A1–C2). Für Schulen und Kursträger ist DigCompEdu der passende Rahmen.

Wie finde ich meine eigene Stufe heraus?

Am schnellsten mit einer ehrlichen Selbsteinschätzung entlang der Kann-Beschreibungen. Oder mit einer Einstufung, die dich echte Fälle entscheiden lässt, statt Kästchen anzukreuzen — genau so beginnt die KI-DaF-Mitgliedschaft: fünf Minuten Einstufungsgespräch, dann dein Weg zur nächsten Stufe.


Einordnung, keine Rechtsberatung. Quellen: EU-Kommission/JRC (DigCompEdu), europäische Bildungsplattformen zur Rahmen-Überarbeitung 2026. Stand: 26. August 2026.